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Lock-in in drei Akten: warum gratis kein Versprechen ist

Ein Gratis-Tool für Schulen kann zur Abhängigkeit werden, wie das Auslaufen von Office 365 A1 Plus 2025 zeigt. Gratis ist ein Einstiegspreis.

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Gratis für Schulen. Warum eigentlich?

Lock-in passiert selten mit Absicht. Er kommt in drei Akten.

Erster Akt: Einstieg. Das Tool ist kostenlos, schnell eingerichtet, und alle können sofort loslegen. Wer würde da Nein sagen?

Zweiter Akt: Gewöhnung. Nach ein paar Jahren stecken Unterlagen, Abläufe und Routinen im Tool. Lehrpersonen kennen es, Lernende auch. Ein Wechsel wäre plötzlich ein Projekt.

Dritter Akt: Abhängigkeit. Jetzt bestimmt der Anbieter die Bedingungen. Ein grosser Anbieter hat zum Beispiel sein Gratis-Paket mit Desktop-Programmen für Schulen 2025 auslaufen lassen. Wer es weiter wollte, musste in ein Bezahlpaket wechseln. Matthias Stürmer von der Berner Fachhochschule sagt es so: Grosse Anbieter können Preise heute praktisch beliebig bestimmen.

Deshalb drei Fragen vor jeder Einführung. Erstens: Was kostet es in fünf Jahren, nicht im ersten? Zweitens: Kommen wir mit unseren Daten in einem offenen Format wieder raus? Drittens: Wer im Haus versteht das System, falls wir wechseln müssen?

Gratis ist ein Einstiegspreis, kein Versprechen.

Gratis für Schulen. Warum eigentlich?

Google bietet Workspace for Education Fundamentals berechtigten Bildungseinrichtungen kostenlos an, Microsoft das Paket Office 365 A1 mit den Web-Apps. Das ist bequem und senkt die Hürde. Gegen den Einstieg spricht wenig. Die Frage ist, was danach kommt.

Lock-in passiert selten mit Absicht

Das Video beschreibt Lock-in als Ablauf in drei Akten. Das Modell ist eine vereinfachte eigene Darstellung, keine wissenschaftliche Einteilung.

  1. Einstieg. Das Tool ist kostenlos, schnell eingerichtet, alle können sofort loslegen. Kaum jemand sagt da Nein.
  2. Gewöhnung. Nach ein paar Jahren stecken Unterlagen, Abläufe und Routinen im Tool. Lehrpersonen und Lernende kennen es. Ein Wechsel wäre plötzlich ein eigenes Projekt.
  3. Abhängigkeit. Jetzt bestimmt der Anbieter die Bedingungen.

Niemand entscheidet sich bewusst für eine Abhängigkeit. Sie entsteht aus vielen kleinen Schritten, die für sich genommen vernünftig waren.

Der dritte Akt, 2025

Microsoft bot Schulen mit Office 365 A1 Plus ein Gratis-Paket an, das auch die Desktop-Programme enthielt. Laut Microsoft laufen alle bestehenden A1-Plus-Lizenzen im Jahr 2025 aus. Als Optionen nennt Microsoft den Wechsel in die kostenpflichtigen Pakete A3 oder A5 oder das kostenlose A1, das nur die Web-Versionen umfasst.

Folie «Lock-in in drei Akten», Akt 3: Abhängigkeit. Eine fast geschlossene Tür, daneben «Gratis-Paket für Schulen läuft 2025 aus» und «weiter nur im Bezahlpaket». Zitat: «Grosse Anbieter können Preise praktisch beliebig bestimmen.» Matthias Stürmer, Berner Fachhochschule.

Matthias Stürmer von der Berner Fachhochschule hat sich 2024 in einem Interview zur digitalen Souveränität allgemein zur Marktmacht grosser Anbieter geäussert. Er sagt, Firmen wie Microsoft oder SAP könnten heute «praktisch beliebig die Preise bestimmen».

Drei Fragen vor jeder Einführung

  1. Was kostet es in fünf Jahren, nicht im ersten?
  2. Kommen wir mit unseren Daten in einem offenen Format wieder raus?
  3. Wer im Haus versteht das System, falls wir wechseln müssen?

Folie «Drei Fragen vor jeder Einführung»: 1. Was kostet es in fünf Jahren, nicht im ersten? 2. Kommen wir mit unseren Daten in einem offenen Format wieder raus? 3. Wer im Haus versteht das System, falls wir wechseln müssen?

Jede Frage gehört zu einem Akt: die erste zum Einstieg, die zweite zur Gewöhnung, die dritte zur Abhängigkeit. Wer alle drei beantworten kann, bevor das Tool läuft, hat im dritten Akt mehr Spielraum.

Ein Exporttest zeigt, wo man steht

Bei einem Tool, das schon seit ein paar Jahren läuft, hilft ein kleiner Exporttest. Einen echten Kurs, einen Ordner oder eine Sammlung von Unterlagen herunterladen und in einem anderen Programm öffnen. Dann notieren, was verloren geht, zum Beispiel Struktur, Kommentare oder Bewertungen.

Danach kommen die drei Fragen für dieses Tool. Wo eine Antwort fehlt, hat der dritte Akt vielleicht schon begonnen. Bei neuen Tools lohnt sich derselbe Test vor der Einführung, solange ein Wechsel noch nichts kostet.

Meine Sicht

Gratis ist ein Einstiegspreis, kein Versprechen. Deshalb gehören die drei Fragen vor die Einführung und nicht in den dritten Akt.

Merksatz in grosser Schrift: «Gratis ist ein Einstiegspreis, kein Versprechen.»

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