Ende 2026 hätte die staatliche E-ID der Schweiz starten sollen. Nun kommt sie später. Und das ist eine gute Nachricht.
Zugegeben, es klingt zuerst nach der nächsten Verzögerung bei einem Digitalprojekt des Bundes. Die Gründe sprechen aber für die Verschiebung.
Später als geplant
Ende Juni 2026 hat das Bundesamt für Justiz mitgeteilt, dass die Vertrauensinfrastruktur hinter der E-ID voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 bereitsteht. Ein genaues Startdatum für die E-ID selbst ist noch offen.
Als Gründe nennt der Bund unter anderem, Deepfakes besser zu erkennen und Schadsoftware auf dem Smartphone abzuwehren. Laut NZZ spielt zudem eine Datenschutzfrage rund um die AHV-Nummer eine Rolle.

Folie und Video verkürzen: Geplant war ursprünglich Ende 2026; für das erste Halbjahr 2027 ist die Vertrauensinfrastruktur angekündigt, das Startdatum der E-ID selbst ist offen.
Was die E-ID ist
Die E-ID ist ein staatlicher elektronischer Ausweis in der App swiyu. Sie ist freiwillig und kostenlos. Zwei Grundsätze prägen sie:
- Die Daten liegen nur auf deinem Smartphone.
- Du gibst nur weiter, was nötig ist. Bei einer Alterskontrolle erfährt die prüfende Stelle laut Bund weder dein Geburtsdatum noch dein Alter, sondern nur, ob du das Mindestalter erreicht hast.

Zum Vergleich: Wer heute an der Kasse die Identitätskarte zeigt, zeigt dabei auch Namen und Geburtsdatum. Gefragt ist nur Ja oder Nein.
Dieselbe Technik soll Bildungsnachweise tragen
Die E-ID ist nur der erste Ausweis auf dieser Infrastruktur. Dieselbe Technik soll auch andere Nachweise tragen, darunter Bildungsnachweise. Educa und Switch haben im Februar 2026 einen Proof of Concept für ein digitales Maturitätszeugnis vorgestellt. Das erklärte Ziel sind durchgängige Bildungsverläufe: Nachweise, die vom Schulabschluss bis zur Weiterbildung digital und überprüfbar sind.
Für Weiterbildungsanbieter ist das mehr als eine technische Randnotiz. Heute prüfen viele Anbieter Zertifikate von Hand, verschicken PDFs oder stellen Papierurkunden aus, deren Echtheit sich nur mühsam prüfen lässt. Ein überprüfbarer digitaler Nachweis im Wallet der Teilnehmenden würde Anmeldung, Anerkennung von Vorleistungen und Zertifikate einfacher machen.
Für Anbieter und Teilnehmende
Für Anbieter: Anmeldung und Zertifikate jetzt schon mitdenken. Wo verlangt ihr heute einen Ausweis oder einen Nachweis? Welche Zertifikate stellt ihr aus, und wer prüft sie? Die öffentliche Testversion von swiyu lässt sich bereits ausprobieren.
Für Teilnehmende: Pass und Identitätskarte bleiben gültig. Die E-ID ist ein Angebot, keine Pflicht.
Hinweis: Der Starttermin kann sich noch ändern. Stand dieses Beitrags ist der 1. Oktober 2026.

Meine Sicht
Sicherheit vor Tempo. Bei einer Identität ist das die richtige Reihenfolge.
Häufige Fragen
Wann kommt die E-ID in der Schweiz?
Laut Bundesamt für Justiz steht die Vertrauensinfrastruktur hinter der E-ID voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 bereit; ursprünglich war der Start für Ende 2026 geplant. Ein genaues Startdatum für die E-ID selbst war beim Stand dieses Beitrags (1. Oktober 2026) noch offen. Als Gründe für die Verschiebung nennt der Bund unter anderem, Deepfakes besser zu erkennen und Schadsoftware auf dem Smartphone abzuwehren.
Ist die E-ID obligatorisch?
Nein. Die E-ID ist freiwillig und kostenlos, Pass und Identitätskarte bleiben gültig.
Welche Daten gibt die E-ID bei einer Alterskontrolle weiter?
Nur, was nötig ist: Laut Bund erfährt die prüfende Stelle weder das Geburtsdatum noch das Alter, sondern nur, ob das Mindestalter erreicht ist. Die Daten liegen nur auf dem eigenen Smartphone in der App swiyu.
Quellen (9)
- SRF: Die Einführung der E-ID verzögert sich
- Netzwoche: Die E-ID kommt später als geplant (30.06.2026)
- NZZ: Neue Verzögerungen wegen eines Datenschutzproblems
- Bund: E-ID, häufige Fragen
- Switch: Maturitätszeugnisse sind bald digital und überprüfbar
- inside-it: Entwurf für digitales Maturitätszeugnis vorgestellt
- Switch: Digitale Mobilität im Bildungsraum Schweiz
- Bund: swiyu, öffentliche Testversion
- watson: So kannst du die Schweizer E-ID ausprobieren

