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Die 4 D mit Copilot: KI-Kompetenz im Gesundheitswesen

Die vier D aus dem AI Fluency Framework, übertragen auf Microsoft Copilot in der Verwaltung im Gesundheitswesen: Copilot sieht alles, was du sehen darfst, die Verantwortung bleibt bei dir.

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Copilot fasst dir einen Lieferantenvertrag mit vierzig Seiten in zehn Sekunden zusammen. Die Frage ist nur: Würdest du darauf unterschreiben?

Microsoft Copilot steckt heute in Outlook, Teams, Word und Excel. Dahinter arbeitet ein Sprachmodell, ein LLM. Es schreibt schnell und klingt sicher, auch wenn es sich irrt. Damit daraus gute Arbeit wird, hilft ein einfaches Modell: die vier D.

Das erste D: Delegation. Entscheide bewusst, was Copilot übernimmt und was bei dir bleibt. Release Notes aus einer Change-Liste entwerfen? Testfälle für die neue Rechnungsfreigabe vorschlagen? Das Projektmeeting zusammenfassen? Gerne. Wer im Personalsystem welche Rechte bekommt? Das entscheidest du.

Das zweite D: Description, also Beschreibung. Copilot kennt eure Abläufe nicht. Statt «Schreib eine Anleitung» sag ihm, für wen, für welches System, mit welchem Ziel und in welcher Form. Zum Beispiel: «Anleitung für das Sekretariat einer Klinik, neue Rechnungsfreigabe, fünf Schritte, ohne IT-Begriffe.» Und gib ihm das Konzept als Datei mit.

Das dritte D: Discernment, also Urteilsvermögen. Prüfe, was zurückkommt. Stimmen die Zahlen in der Auswertung? Fehlt in der Vertragszusammenfassung die Kündigungsfrist? Gefährlich wird Copilot nicht, wenn er oft danebenliegt, sondern wenn er fast immer recht hat und wir aufhören zu prüfen.

Das vierte D: Diligence, also Sorgfalt. Die Verantwortung für das Ergebnis trägst du, nicht Copilot. Und Copilot sieht alles, was du sehen darfst. Liegt eine Liste mit Patientendaten in einem Ordner, den zu viele öffnen dürfen, kann sie in einer Antwort landen. Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert. Darum: Berechtigungen sauber halten und heikle Daten nur dort, wo es freigegeben ist.

Delegation, Description, Discernment, Diligence. Vier Fragen vor, während und nach jedem Einsatz von Copilot. Das Werkzeug ist neu. Die Verantwortung bleibt bei uns.

Welches D ist in deinem Alltag am schwierigsten? Bring ein Beispiel mit.

Copilot fasst einen Lieferantenvertrag mit vierzig Seiten in zehn Sekunden zusammen. Ob man darauf unterschreiben würde, ist eine andere Frage.

Die vier D habe ich im ersten Nugget am Beispiel einer Prüfung erklärt: Die 4 D: Aus einem KI-Werkzeug wird eine Kompetenz. Dieses Video überträgt sie auf ein anderes Feld: Microsoft Copilot in der Verwaltung, in einer Organisation im Gesundheitswesen. Es ist als Einstieg für Team-Workshops gedacht.

Was hinter Copilot steckt

Microsoft Copilot steckt in Outlook, Teams, Word und Excel. Dahinter arbeiten grosse Sprachmodelle, die Microsoft mit den Mails, Chats und Dokumenten verbindet, auf die du Zugriff hast. Microsoft selbst schreibt, dass die Antworten nicht garantiert stimmen und vor dem Weitergeben geprüft werden sollen.

Das Werkzeug ist schnell und klingt sicher, auch wenn es sich irrt. Darum braucht es ein Modell, wie man damit arbeitet.

Die vier D im Verwaltungsalltag

Delegation: bewusst übergeben. Release Notes aus einer Change-Liste entwerfen, Testfälle für eine neue Rechnungsfreigabe vorschlagen, ein Projektmeeting zusammenfassen: Das kann Copilot gut vorbereiten. Wer im Personalsystem welche Rechte bekommt, entscheidet ein Mensch.

Description: klar beschreiben. Copilot kennt eure Abläufe nicht. «Schreib eine Anleitung» bringt eine allgemeine Anleitung. Besser ist ein Auftrag mit Zielgruppe, System und Form, zum Beispiel: «Anleitung für das Sekretariat einer Klinik, neue Rechnungsfreigabe, fünf Schritte, ohne IT-Begriffe.» Dazu das Konzept als Datei.

Discernment: kritisch prüfen. Stimmen die Zahlen in der Auswertung? Fehlt in der Vertragszusammenfassung die Kündigungsfrist? Gefährlich wird Copilot nicht, wenn er oft danebenliegt, sondern wenn er fast immer recht hat und wir aufhören zu prüfen.

Diligence: Verantwortung tragen. Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt bei dir. Dazu kommt ein Punkt, der im Gesundheitswesen besonders zählt: Copilot zeigt laut Microsoft nur Daten, für die du mindestens Leserechte hast. Umgekehrt heisst das: Liegt eine Liste mit Patientendaten in einem Ordner, den zu viele öffnen dürfen, kann sie in einer Antwort landen.

Gesundheitsdaten gelten nach dem Datenschutzgesetz als besonders schützenswert. Saubere Berechtigungen sind deshalb keine reine IT-Aufgabe mehr, sondern Voraussetzung für den Einsatz von Copilot.

Vier Fragen für den nächsten Einsatz

  1. Was übergebe ich? Entwurf und Vorschlag ja, Entscheid nein.
  2. Was weiss Copilot nicht? Zielgruppe, System, Ziel, Form und die nötigen Unterlagen mitgeben.
  3. Was prüfe ich? Zahlen, Fristen, fehlende Punkte, nicht nur den Ton.
  4. Wo liegen die Daten? Wer darf den Ordner öffnen, und gehören die Daten überhaupt in diesen Auftrag?

Das Werkzeug ist neu. Die Verantwortung bleibt bei uns.

Häufige Fragen

Was sind die vier D?

Delegation, Description, Discernment und Diligence: bewusst übergeben, klar beschreiben, kritisch prüfen, Verantwortung tragen. Sie stammen aus dem AI Fluency Framework von Rick Dakan und Joseph Feller.

Welche Daten sieht Microsoft Copilot?

Laut Microsoft zeigt Copilot nur Daten aus der Organisation, für die die Person mindestens Leserechte hat. Zu weit offene Ordner werden damit auch für Copilot zugänglich.

Warum sind Gesundheitsdaten besonders heikel?

Das Schweizer Datenschutzgesetz zählt Daten über die Gesundheit zu den besonders schützenswerten Personendaten (Art. 5 Bst. c Ziff. 2 DSG).

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