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Drei Zeitfresser, die du an die KI abgeben kannst

Was eine randomisierte Studie aus England über KI in der Unterrichtsvorbereitung gemessen hat, welche drei Aufgaben sich als Entwurf abgeben lassen und wo die Grenze bleibt.

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Wie viele Abende hast du diese Woche mit Vorbereitung verbracht?

Eine randomisierte Studie aus England hat 2024 gemessen: Lehrpersonen, die ChatGPT für die Unterrichtsvorbereitung nutzten, brauchten 31 Prozent weniger Zeit. Die Qualität der Materialien blieb gleich. Untersucht wurde Naturwissenschaft auf der Sekundarstufe, mit einer Anleitung für den guten Einsatz.

Drei Zeitfresser, die du abgeben kannst. Erstens: Entwürfe für Elternbriefe und Mitteilungen. Die KI schreibt den ersten Entwurf, du passt an. Zweitens: Differenzierung. Dieselbe Aufgabe in drei Schwierigkeitsstufen oder ein Text in einfacher Sprache. Drittens: Bewertungsraster. Die KI schlägt Kriterien und Stufen vor, du schärfst nach.

Die Grenze bleibt klar: Die KI liefert Entwürfe, entscheiden tust du. Und Personendaten bleiben draussen.

Gewonnene Zeit ist Zeit für Beziehung und gute Rückmeldungen.

Wenn über KI in der Schule gesprochen wird, geht es oft um Prüfungen und Hausaufgaben. Seltener geht es um die Frage, die viele Lehrpersonen am Sonntagabend beschäftigt: Wie komme ich mit der Vorbereitung durch? Genau dazu gibt es inzwischen eine belastbare Messung.

Was die Studie gemessen hat

Die Education Endowment Foundation (EEF) hat 2024 in England einen Versuch mit 259 Lehrpersonen aus 68 Schulen durchgeführt, ausgewertet vom Forschungsinstitut NFER. Die Schulen wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine nutzte ChatGPT für die Unterrichtsvorbereitung, die andere bereitete ohne KI vor.

Folie «Randomisierte Studie, England 2024»: grosse Zahl «−31 %» Zeit für die Unterrichtsvorbereitung. Balken: ohne KI 81,5 Min. pro Woche, mit ChatGPT 56,2 Min. pro Woche. Etikett «Qualität der Materialien: gleich», Hinweis «Naturwissenschaft, Sekundarstufe, mit Anleitung».

Mit ChatGPT brauchten die Lehrpersonen 31 Prozent weniger Zeit für die Vorbereitung, bei gleicher Qualität.

Das Ergebnis: Die Gruppe mit ChatGPT brauchte im Schnitt 56,2 statt 81,5 Minuten pro Woche, also gut 25 Minuten oder 31 Prozent weniger. Ein Expertenpanel bewertete die Materialien beider Gruppen, ohne zu wissen, woher sie stammten. Bei der Qualität fand es keinen Unterschied.

Was die Studie nicht sagt

Untersucht wurde Naturwissenschaft auf der Sekundarstufe (Year 7 und 8 im englischen System), und die Lehrpersonen hatten einen Leitfaden für den Einsatz. Ob sich die Zahl auf andere Fächer, Stufen oder auf einen Einsatz ohne Anleitung übertragen lässt, beantwortet die Studie nicht.

Auch die drei Zeitfresser unten stammen nicht aus der Studie. Sie sind meine Empfehlung, wo sich der gleiche Gedanke anwenden lässt: Die KI liefert einen Entwurf, die Lehrperson macht daraus etwas Brauchbares. Für Kursleitende in der Weiterbildung lässt sich das übertragen, etwa auf Kursausschreibungen, Mitteilungen an Teilnehmende oder Bewertungsraster für Kursarbeiten. Gemessen hat die Studie das dort nicht.

Drei Zeitfresser zum Abgeben

  1. Elternbriefe und Mitteilungen. Die KI schreibt den ersten Entwurf, du passt Ton und Inhalt an.
  2. Differenzierung. Dieselbe Aufgabe in drei Schwierigkeitsstufen oder ein Text in einfacher Sprache.
  3. Bewertungsraster. Die KI schlägt Kriterien und Stufen vor, du schärfst nach.

Folie «Drei Zeitfresser zum Abgeben» mit drei Karten: 1 Elternbriefe und Mitteilungen (KI schreibt den Entwurf, du passt an), 2 Differenzierung (Drei Schwierigkeitsstufen, einfache Sprache), 3 Bewertungsraster (KI schlägt Kriterien vor, du schärfst nach).

Drei Aufgaben, bei denen die KI den ersten Entwurf übernehmen kann.

Die Grenze bleibt klar

Die KI liefert Entwürfe, entscheiden tust du. Das gilt für jede der drei Aufgaben: Was rausgeht, verantwortest du. Und Personendaten bleiben draussen. Auch die Volksschule im Kanton Zürich weist in ihren Informationen zu KI darauf hin. Mein Tipp: Ein Elternbrief lässt sich gut mit Platzhaltern wie «[Name]» oder «[Datum]» entwerfen, die du erst am Schluss ausfüllst.

Folie «Die Grenze»: zwei Felder «KI: Entwürfe» und hervorgehoben «Du: Entscheidungen». Darunter in Rot: «Personendaten bleiben draussen.»

Die KI liefert Entwürfe, entscheiden tust du, und Personendaten bleiben draussen.

Mein Vorschlag zum Ausprobieren

Nimm dir für die nächste Woche einen einzigen Zeitfresser vor, nicht alle drei. Für die Differenzierung zum Beispiel: Gib der KI eine Aufgabe aus deinem aktuellen Unterricht, ohne Angaben zu deiner Klasse, und bitte um drei Fassungen, eine einfachere, die ursprüngliche und eine anspruchsvollere. Dann prüfst du: Stimmt der Inhalt? Passt das Niveau zu deinen Lernenden? Was würdest du ändern?

Notiere dir grob, wie lange du gebraucht hättest und wie lange es mit Entwurf gedauert hat. So weisst du nach einer Woche aus eigener Erfahrung, ob sich der Einsatz für dich lohnt, statt dich auf eine Durchschnittszahl aus England zu verlassen.

Gewonnene Zeit ist Zeit für Beziehung und gute Rückmeldungen.

Häufige Fragen

Spart KI Zeit bei der Unterrichtsvorbereitung?

In einer randomisierten Studie der Education Endowment Foundation (2024) mit 259 Lehrpersonen in England brauchte die Gruppe mit ChatGPT 31 Prozent weniger Zeit, 56,2 statt 81,5 Minuten pro Woche. Bei der Qualität der Materialien fand ein Expertenpanel keinen Unterschied.

Gilt das Ergebnis auch für andere Fächer?

Das beantwortet die Studie nicht. Untersucht wurde Naturwissenschaft auf der Sekundarstufe (Year 7 und 8 im englischen System), und die Lehrpersonen hatten einen Leitfaden für den Einsatz.

Welche Aufgaben kann ich an die KI abgeben?

Der Beitrag empfiehlt drei: Entwürfe für Elternbriefe und Mitteilungen, Differenzierung in mehrere Schwierigkeitsstufen und Vorschläge für Bewertungsraster. Die KI liefert Entwürfe, entscheiden tut die Lehrperson, und Personendaten bleiben draussen.

Learning Nugget einbetten

Für Lernplattformen, Blogs und Schul-Websites. Inhalte unter CC BY 4.0.

Über den Autor

Rico Eberle

Rico Eberle ist E-Learning-Experte, Betriebsökonom FH und Gemeinderat in Dübendorf. Er präsidiert den Stiftungsrat der Stiftung Weiterbildungskurse Dübendorf (WBK). In den Learning Nuggets erklärt er Forschung zu Lernen, KI und digitaler Souveränität kurz und mit Quellen.

Text, Transkript und Video von Rico Eberle unter CC BY 4.0 (ohne Musik und Soundeffekte). Für den Unterricht frei verwendbar: Weiterverwenden und offene Daten.