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Dübi Mäss 2026: Warum Publikumsmessen immer noch zählen

Teil des Dossiers: Grünflächen & Wohnqualität
StadtentwicklungGewerbeDübendorfLegislatur 2026–2030
Dübi Mäss 2026: Warum Publikumsmessen immer noch zählen

Vier Tage Gewerbe, Musik und Begegnung mitten in Dübendorf. Ein Plädoyer dafür, warum eine Stadtmesse 2026 wichtiger ist, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Vom 23. bis 26. April findet in Dübendorf die Dübi Mäss statt – organisiert vom Gewerbe-, Handels- und Industrieverein (GHI Dübendorf) mit seinen über 250 Mitgliedern. Vier Tage lang wird aus einer Gewerbehalle ein Treffpunkt: lokale Betriebe zeigen, was sie können, eine Sonderschau lädt zum Mitmachen ein, abends spielt Live-Musik. Der Eintritt ist frei, ein Shuttle fährt durch die Stadt.

Man könnte das für Folklore halten. Ich sehe das anders.

Gewerbe, das man anfassen kann

In einer Zeit, in der fast alles einen Klick entfernt ist, bleibt etwas Wichtiges auf der Strecke: das Wissen, wer eigentlich in der eigenen Stadt arbeitet. Wer baut die Küchen, die wir bestellen? Wer installiert die Wärmepumpen? Wer schneidet die Haare, repariert das Velo, backt das Brot? Eine Publikumsmesse macht das sichtbar – nicht als Werbeblock, sondern im direkten Gespräch.

Das ist keine Nostalgie. Lokales Gewerbe ist wirtschaftlich und politisch zentral: Es zahlt Steuern in Dübendorf, bildet hier Lernende aus, schafft Arbeitsplätze, die man ohne S-Bahn erreicht. Wer die Rahmenbedingungen für KMU stärkt, stärkt die Stadt. Und wer KMU stärken will, muss sie zuerst kennen.

Begegnung ohne Algorithmus

Das Zweite, was eine Stadtmesse leistet, ist schwerer zu messen: echte Begegnung. Wer durch die Halle geht, trifft Nachbarn, Schulkolleginnen von früher, den Gemeinderat von nebenan, die Präsidentin des Quartiervereins. Das passiert nicht mehr oft. Unsere Treffpunkte werden digitaler, unsere Freizeit individueller, unsere Stadtteile durchmischter und anonymer.

Eine Messe, die vier Tage am selben Ort offen ist, zwingt zu nichts und ermöglicht viel. Man kommt hin oder nicht, bleibt kurz oder lang, spricht mit wem man will. Genau diese niederschwellige Beiläufigkeit ist heute selten geworden – und genau sie macht eine Stadtgesellschaft aus.

Geschichte und Gegenwart

Mich freut besonders, dass dieses Jahr die Ortsgeschichtliche Dokumentationsstelle Dübendorf als Gast-Ausstellung vertreten ist. Eine Stadt, die weiss, woher sie kommt, diskutiert selbstbewusster darüber, wohin sie will. Und die Kombination ist klug: vorne die Betriebe, die morgen Umsätze machen, daneben die Dokumentation dessen, was Dübendorf geprägt hat. Zukunft lässt sich nicht ohne Herkunft denken.

Was das mit Politik zu tun hat

Als Gemeinderat bin ich überzeugt: Eine Stadt ist mehr als die Summe ihrer Einwohnerzahlen, ihrer Steuererträge und ihrer Quadratmeter. Sie lebt davon, dass Menschen einander kennen, dass lokale Wirtschaft funktioniert, dass es Orte gibt, an denen sich Generationen, Berufe und Milieus mischen. Die Dübi Mäss ist so ein Ort – kein Ersatz für Stadtpolitik, aber ein Pfeiler einer lebendigen Stadt.

Deshalb: Wer am Freitag, Samstag oder Sonntag eine Stunde Zeit hat – geht hin. Nicht, weil man muss. Sondern weil es das ist, was eine Stadt ausmacht.


Dübi Mäss 2026 – Do 18–21, Fr 16–21, Sa 11–21, So 10–18 Uhr, Eintritt frei. Programm und Shuttle-Zeiten: duebi-maess.ch